1. Preis | Wettbewerb

Naturbad

Pürgg

 
 

GRUNDKONZEPTION:

Bei der Planung des Naturbades wurde auf die einzigartige Lage dieses Grundstückes Rücksicht genommen. Die architektonische Haltung entstand aus dem Respekt zur Natur und verhält sich mit ihrer klaren Form einfach und zurückhaltend.
Die Erschließung der Anlage wurde aufgrund der im Norden platzierten neuen Parkplätze zentral geplant. Unmittelbar vor dem Eingangsbereich befinden sich die Fahrradabstellplätze.
Das wichtige Element des Freibades ist der Steg, über dem sämtliche Funktionsbereiche erschlossen werden. Aufgrund der länglichen Grundrissform der Badeanlage wurde der aus Holz bestehende Steg von Ost nach West ausgerichtet. Dieser führt die Besucher unmittelbar von der Strasse aus über die Kassa, den Umkleidekabinen und Sanitärbereiche, der Aussichtsterrasse und der gesamten Beckenanlage in das Naturbad.


BECKENANLAGEN:

Die neuen Beckenanlagen wurden aus wirtschaftlichen Gründen in das bestehende Bad geplant. Das Naturbad verfügt über drei Schwimmbereiche: ein Kinderplanschbecken, ein Nichtschwimmerbecken sowie ein Sportschwimmerbecken.
Das Kinder- und Nichtschwimmerbecken wird durch einen breiten schwimmenden Steg getrennt. Dieser Steg ist jederzeit als Bühne (zusätzliche Nutzung (Theater, Musik, etc. mit herrlicher Kulisse)) adaptierbar.
Im südlichen Bereich des Nichtschwimmerbeckens öffnet sich nach Westen das Sportschwimmbecken.
Im Kinderbecken wurde die natürliche Topographie des Geländes berücksichtigt und im westlichen Teil mit einer breiten Rutsche geplant. Rund um das Kinderbecken wurden Sitzstufen für die Eltern bzw. Aufsichtspersonen vorgesehen. Als weitere Attraktion im Planschbecken befindet sich ein kleiner Wasserigel. Als Sonnenschutz wird ein Sonnensegel vorgeschlagen.
Das Nichtschwimmerbecken wird vom Steg aus über breite Stufen erschlossen und ermöglicht eine völlig freie Aussicht nach Süden. Als Zusatzangebot wurden Whirlliegen und Nackenduschen zum Entspannen im Nichtschwimmerbecken angedacht.
Im südlichen Teil der Beckenanlage befindet sich das Sportschwimmbecken, welches über eine Länge von 21,5 m verfügt. Dieser Schwimmbereich kann ebenfalls über dem zentralen Steg erschlossen werden bzw. direkt vom westlichen Liegebereich.


TECHNIKBEREICH:

Der Technikbereich wurde in unmittelbarer Nähe an die Beckenanlage gesetzt. Um das vorhandene Gelände optimal ausnützen zu können, wurde der Technikraum unter der Aussichtterrasse geplant, welche sich 1,35 m über dem Wasserspiegel befindet. Die bauliche Substanz des Technikraumes und des Hochbauobjektes stehen ebenfalls in Verbindung. Die Erschließung erfolgt einerseits über das Hochbauobjekt bzw. über eine große Öffnung in der Sitzterrasse um die erforderlichen großen technischen Geräte problemlos montieren zu können.


HOCHBAUTEN:

Die Hochbauten bilden das bauliche Rückgrat der gesamten Beckenanlage. Die Anordnung der Objekte zueinander bildet einen großzügigen Raum, welcher wieder unmittelbar mit dem zentralen Steg in Verbindung steht. Die einfache Formensprache und die Verwendung des natürlichen Baustoffes Holz ermöglicht eine rationelle Herstellung.
Die Hochbauten sind in zwei grundsätzliche Funktionsbereiche getrennt:
Im nördlichen Teil ein Umkleidebereich mit Sanitäranlagen und dem Gastronomiebereich, welcher zum Schwimmbad und nach Süden ausgerichtet wird. Im Hauptgebäude befinden sich die Badekassa, ein Raum für den Bademeister (überblickt die ganze Anlage), sowie ein Cafe` mit Bar und anschließendem Lagerraum.
In der Grundrissplanung wurde die Überschaubarkeit berücksichtigt, und die funktionellen Abläufe so gewählt, dass der Eintritt und die Bar von einer Person abgedeckt werden kann.
Diese beiden Funktionsbereiche werden vom Vordach über der Aussichtsterrasse zu einem Gebäude vereint. Die Terrasse führt über zwei große Sitzstufen direkt an das Wasser. Dies ermöglicht eine unmittelbare Übersicht des Nichtschwimmerbeckens.
Durch die Freiflächengestaltung soll der ursprüngliche Gedanke des NATURBADES unterstrichen werden.
Mit der neuen Badeanlage in Pürgg wird der Begriff Klettern assoziiert. Diese Sportart wird in der näheren Region verstärkt betrieben und soll für Kleinkinder über die Jugend bis hin zum Erwachsenen ein Vergnügen bereiten. Das vorhandene Gelände eignet sich aufgrund ihrer vorhanden Topographie ideal für kleine Kletterspielbereiche wie zum Beispiel kostengünstige Spinnen oder nur der einfache Hang für die kleinen Kinder. Weiters kann man kleine Kinderrutschen im Gefälle integrieren und den Kindern mit einem Sandkasten Freude bereiten. Bei der Anordnung dieses Spielbereiches für die Kinder sollte die Nähe der Eltern mitberücksichtigt werden.
Für die Älteren bzw. Jugendlichen und Erwachsenen eignen sich die vorhandenen Felsbrocken im Gelände um dem Sport des Bouldern am Wasser ausüben zu können.

Um die Aussicht dieses Standortes optimal nutzen zu können, erscheint es notwendig, den Pflanzenbestand der Anlage zu reduzieren. Dadurch wird auch Verschmutzung der Beckenanlage wesentlich verringert. Die in den Hang integrierten einfachen Holzbänke können mit Hilfe des Geländes windgeschützt platziert werden, um das einzigartige Grimmingpanorama genießen zu können.