2. Preis | Wettbewerb

Sanierung und Zubau
Kulturhaus

Stainach

 
 

Städtebauliche Aspekte

Grundintention des Entwurfes ist es, die bestehende Erschließung und Präsenz des KULTURHAUSES im öffentlichen Raum zu konkretisieren und mithilfe des Zubaues eine eindeutige Haupteingangssituation, die von der Lage her nicht verändert wurde, zu erzeugen. Das neue Volkshaus empfängt den Besucher sowohl von der nördlichen Erschließungsstraße sowie vom südlich positionierten Parkplatz her mit einer freundlichen und eindeutigen empfangenden Geste. Der Hauptzugang ist in der neuen, den Bestand mit einbindender Fassade nun leicht zu lesen. Auch bei der Gestaltung der Aussenanlagen wird großflächiger städtebaulich gedacht:
Der "Innenhof", aufgespannt zwischen dem Schulgebäude im Süden und dem neuen KULTURHAUS soll dementsprechend für beide Institutionen nutzbar sein.


Baukünstlerische Aspekte

Das neue Obergeschoss durchdringt und verbindet sich scheinbar mit dem Altbestand und wird so zu einer neuen Einheit, die dem Gesamtkomplex ein einheitliches, freundliches Erscheinungsbild verleiht.
Die Haupterschließungen treten klar in Erscheinung.
Dem Ankommenden öffnet sich eine spannende Südfassade: In dem massiven, in einem warmen Grauton grob verputzten Sockel stecken helle , teilverglaste Kuben, die mit ausgedienten Blasmusik-Instrumenten befüllt werden könnten, und somit gleichzeitig einen originellen Bezug zur heimischen Blasmusik herstellen, zum anderen jeden Konzertbesucher sofort mit der Thematik KUNST-KULTUR-MUSIK-BRAUCHTUM einstimmen! Gleichzeitig dienen diese Kuben der indirekten, angenehmen Beleuchtung des Probenlokales und der akzentuierten Beleuchtung der Aussenfassade. Diese bei Nacht beleuchteten Kästen machen die Funktion des Baukörpers im Straßenraum erlebbar. Zu Gestaltung des verglasten Foyers können folierte Schriftzüge dienen, die mit Künstler-Zitaten ins Innere leiten! Eine ausgeklügelte Außenbeleuchtung des Gebäudes dient zusätzlich für eine tolle Atmosphäre bei Abendveranstaltungen (Fassadenstrahler, Bodeneinbauspots, Baumbeleuchtung, etc.). Das neue Obergeschoss sitzt leicht über dem Erdgeschoss, und erhält daher ein luftiges Erscheinungsbild. Die Fassade wird mit hellen, strukturierten Fassadenplatten verkleidet. Mittels horizontalen Lamellen wird gewährleistet, dass keine Überblendung passiert, darüberhinaus fügen sich die großzügig verglasten Bereiche dadurch homogen in den länglichen Baukörper des Obergeschosses ein. Auf auffällige Gesten in der Architektur wurde bewusst größtenteils verzichtet, originelle Effekte und eine klare Formensprache gewährleisten dennoch einen Wiedererkennungswert und Unverkennbarkeit.


Funktionale Aspekte

Der bestehende Haupteingang wird geöffnet und bildet mit dem neuen Foyer eine Einheit. Die verbindende Foyerzone gewährt Einblicke in die Musik und Durchblicke in den gestalteten Innenhof, weist jedoch klar den Weg in den im oberen Geschoss gelegenen Veranstaltungssaal. Vom Foyer aus sind alle weiteren Bereiche des Komplexes zu erreichen, auch die Anlieferung kann hier getätigt werden. Für Barrierefreiheit garantieren Lift und Rampe. Zentral sind (erweiterbare) Garderobe und Sanitäranlagen angeordnet.


MUSI-RÄUMLICHKEITEN

Im eigenen Trakt situiert sind sämtliche MUSI-RÄUMLICHKEITEN: Garderobe, Clubraum mit Ausgang auf Terrasse (bzw. Anlieferung extern), Proberaum mit angedocktem Lager (von außen erschließbar)und Büro (Notenkopierer).
Das Probelokal ist nach Süden hin abgestuft, konisch mit Wandverbauten aus akustischen Gründen verbaut, im NW ist genügend Platz und Stauraum für Schlagzeug und Schlaginstrumente, die weiteren Register sind kreisförmig um den Kapellmeister angeordnet.
Entlang der Wandflächen werden großzügige Regale für Instrumente/Notenarchiv ec vorgesehen.
Ausleuchtung: mittels Lichtkuppeln, sowie Streiflicht durch die Südwand.

THEATER

Direkt unterhalb der Bühne sind die Theater-Räumlichkeiten angeordnet - inklusive Künstler-WCs/ Garderoben. Bei Bedarf kann Raum 14 dazu geschlossen werden (Verbindungstür). Eigener Eingang.

VEREINE

Raum 11-14 können variabel für Vereine gestaltet werden (zb. Krampus 11+12, oder ÖKB 13). Durch Verglasungen südseits können die Räume 11+13 mitbelichtet/lüftet werden. Raum 7 kann sowohl als Ersatzbüro als auch als Zusatz-Garderobe bei Großveranstaltungen Verwendung finden.


AUFGANGSSITUATION

Der Besucher erreicht das Obergeschoss entweder über die bestehende Feststiege (Konzerte, Bälle), über die neue Hauptstiege (+Lift), über die Theaterstiege (Künstler) oder über die nördlich angedockte Rampe (barrierefrei)

ANLIEFERUNG

Die Anlieferung für Speisen/Getränke für Bar und Küche kann sowohl über die Rampe, als auch über den Lift erfolgen.
KONZERTSAAL
Der Konzertsaal bleibt lt. Bestand, der Bühnenaufgang kann mit einer Kulissenwand abgetrennt werden, der Logenbereich 19B kann multifunktional als Loge, Buffetbereich, Barbereich verwendet werden.

BAR/ KÜCHE

Im direkten Anschluss zum Konzertsaal und gleichzeitig im oberen Foyer befinden sich der BARBEREICH (erweiterbar durch die Galerie 21) und der KÜCHENBEREICH+Lager mit Anschluss zum Lift sowie bei Bedarf zum Seminarraum (Durchreiche). Die Synergien zwischen Bar und Küche können somit genutzt werden.

SEMINARRAUM

Der multifunktionale SEMINARRAUM 24 mit attraktiver Lage und Blick Richtung Grimming kann für Veranstaltungen jeglicher Art extern vom Konzertsaal genutzt werden, oder aber dank seiner nahen Lage zum Hauptsaal auch als Zusatzräumlichkeit für Bälle/Veranstaltungen (zB. Buffet, Bar, Lounge).
Die Westseite kann hierbei Richtung Galerie und Dachterrasse zur Gänze aufgeschoben werden.
Bei Bedarf kann dieser Saal von der Küche mitversorgt werden (Catering)

VEREINSRÄUME

Die 3 Vereinsräume können für Naturfreunde, Kneippbund, ec zur Verfügung gestellt werden. Sie sind allesamt südseitig ausgerichtet, als optimaler Stauraum kann die nordseitige Schrankwand und Oberlichten genutzt werden.


Ökonomische/Ökologische Aspekte

Der Bestand bleibt aus ökonomischen Gründen größtenteils erhalten, der Neubau beschränkt sich auf oberirdische Geschoße (Kosten!), unnutzbare Verkehrsflächen wurden weitestgehend minimiert, bzw. mit einer Mehrfachnutzung versehen. Auf gestenreiche Formensprache wurde im Sinne der Nachhaltigkeit verzichtet, der Entwurf wurde in erster Linie funktionell, machbar und kostenbewusst gestaltet – von den Grundrissen her bis hin zur Fassadengestaltung.