Wettbewerb KSV

Kapfenberg

 
 

Motivationsbericht


Entwurf/ Konzeption/städtebauliche Einbindung
Wichtig war es, die hohen Anforderungen des Raumprograms in Berücksichtigung der umliegenden Bebauung und die Interessen der Nachbarn möglichst gut in die Konzeption einzubinden. Die Baumasse stellt somit eine logische Abfolge zwischen Mürz, der Punkthausbebauung im Quartier, dem Stadion und der Burg Oberkapfenberg im Hintergrund dar. Die Wohnanlage gliedert sich in eine meist verglaste Sockelzone, darüber eine zweigeschossige, lockere Bebauung die einerseits den Grünraum in das Gebäude holt und die städtebauliche Struktur aufnimmt und darauf reagiert. Die zweigeschossigen Höfe ermöglichen möglichst interessante Durch- und Einblicke für die Bewohner. Eine teilweise Anhebung des Terrains gewährleistet den Hochwasserschutz. Auf eine Unterkellerung wird aus Kostengründen verzichtet.


Erschließung/Nutzung/Räumliche Gliederung
Die äußere Erschließung erfolgt von der Viktor-Kaplan Straße in Richtung Osten. Der Kopf der Anlage ist ein öffentlicher Bereich mit Büros und Besprechungsräumen. Er wird durch eine überdachte Stiege mit Sitzstufen vom Station erschlossen und stellt einen Übergangszone dar. Die Wohnbereiche werden durch einen eigenen Eingang in der Nähe der Radabstellplätze behinderten gerecht erreicht. Hier ist der Trainingsraum angegliedert, der durch seine Positionierung und Offenheit ein Ansporn für die Bewohner unterstutzt.
Im Erdgeschoss gewährleiste, ein von oben belichteter Mittelgang die Durchwegung zu den beiden Treppenhäusern. In den Geschossen darüber gibt es einen Laubengang, an dem die einzelnen Baukörper wechselnd angegliedert sind. Dadurch entstehen interessante Hofsituationen und das Gefühl der Privatheit im Geschossbau.

Energetischer Aufbau
Tiefenbohrungen und die Nutzung von Grundwasser durch Wärmepumpen stellt gleichzeitig das Wäre- bzw. Kühlungskonzept der Anlage dar. Kontrollierte, natürlich Umluft der durch die Terrainaufschüttung gleitet wird, ermöglicht eine zusätzliche natürliche Kühlung. Auch eine Bauteilaktivierung sowie Sonnenkollektoren auf den Dachflächen können angedacht werden.
Fassade und Materialisierung. Die Fassade besteht im unteren Drittel aus einem, beinahe umlaufenden Sonnenschutzglasband. Die Baukörper darüber werden mit einem Wärmedämmverbundsystem verkleidet und mit Punktfenstern belichtet. Geladener einstufiger anonymer Realisierungswettbewerb Neubau Sportlerwohnheim. 


Wohneinheiten/Adaptierbarkeit
Die Wohnungen sind möglichst logisch strukturiert und bieten eine hohe Adaptierbarkeit. Kommunikative Gemeinschafträume und gleich große Schlafräume sind für die Wohngemeinschaften vorgesehen. Größere Wohneinheiten sind für Jungfamilien bereitgestellt. Wichtig war es einen guten Mix der im Raumprogramm geforderten Wohnungsgrößen zu schaffen.


Statisches Konzept
Das Erdgeschoss wird durch Stahlbeton Stützen und Mauern ausgesteift und trägt eine Stahlbeton Decke. Die Stahlbetondecken der übrigen Geschosse werden von Zie-gelmauern getragen. Die Wände sind exakt übereinander und schaffen damit eine möglichst sinnvolle Ableitung der entstehenden Kräfte.


Außenraum
Das Gebäude ist komplett umfahrbar und schafft damit eine Sicht-und Erschlie-ßungsachse zur Mürz. In der Übergangszone im Vorbereich ist ein überdachter Radabstellplatz vorgesehen, der das Servituts Recht des Nachbarn nicht einschränkt. Der hintere Bereich öffnet sich teilweise der Mürz und stellt einen Rückzugsraum dar. Hier ist ein Beachsoccerplatz und ein überdachter Grillbereich vorgesehen. Beide Baukörper sind eine logische Weiterführung des Wohnkomplexes und binden ihn städtebaulich in die Umgebung ein.