Senioren-und Pflegeheim am Hofgarten

Wettbewerb

Städtebau
Ein klar reduzierter Baukörper an der Nordseite beruhigt die heterogene Bebauung der Umgebung.
Durch das Abrücken erscheinen Bestand und Neubau wieder als getrennte Baukörper, das Grundstück wird entdichtet. Ein möglichst großer Abstand zum Bestand optimiert flächenmäßig die Grünbereiche und garantiert gute Belichtung über den ganzen Tag.

Konzept
Kern des Entwurfs sind die Fassade prägende, weit auskragende Erker. Diese geben dem Bewohner das Gefühl über dem Park, mitten im Grün zu schweben. Von hier ist es möglich in alle Richtungen zu blicken (Garten, Teich, Café, Eingang, Zugang, Messe, Panorama,…) – somit ist immer was los! Der Bewohner ist Teil der Umgebung. In den Erkern werden verschiedene Schwerpunkte thematisiert (Schmetterlingsvoliere, Aquarium, Rosengarten, Streichelzoo, Kräuterbeete, Kartenspiele, Lesebereiche, Musik, Tagebuch,…). Jede Station bekommt dadurch eine eigene Identität und für die Bewohner werden Anreize zum Rundgang gesetzt. Jede Station selbst ist nach einem einfachen, wirtschaftlichen Raster aufgebaut, Arbeits- und Personalräume an der Nordseite, die meisten Zimmer an der Südseite. Zentral angeordnet und gut einsehbar sind Pflegestation und Wohn-/Essbereiche.

Äußere Erschließung
Zugang und Anlieferung (Ein- und Ausfahrt) für gehbehinderte Personen von der Kaiserjägerstrasse an der Südseite. Überdachter Eingangsbereich. Einbahnstraße (Einfahrt Kaiserjägerstrasse) an der Nordseite des Gebäudes für Anlieferung von Küche und Entsorgung. Überdachte Stellplätze und Ein/Ausfahrt der Tiefgarage an der Kaiserjägerstrasse.

Innere Erschließung
Foyer mit Blick zu beiden Stiegenhäusern und Rezeption. Fließender Übergang zum Café, wodurch der öffentliche Bereich (Warten, Treffpunkt) langsam in den privaten Bereich mit Gartenbezug übergeht. Die Regelgeschosse werden innen erschlossen, wobei die auskragenden Erker den Außenraumbezug herstellen und somit nie eine Gangsiuation entsteht. Zentrale Situierung der Pflegestation.

Gebäude
Stahlbetonbauweise im wirtschaftlichen Raster; Holzfassade mit Lamellenstruktur; Verglasungen der Erker und Verbindungsgänge zum Bestand werden in den Parapetbereichen bedruckt um Spiegelungen zu vermeiden.

Haustechnik
Kontrollierte Be- und Entlüftung mit Vorwärmung und Wärmerückgewinnung garantiert selbst für nicht mobile Menschen immer Frischluft. Solare Warmwasseraufbereitung und Wärmerückgewinnung des Brauchwassers erscheint bei wasserintensiven Pflegeheimen als sinnvoll.

Park / Garten
2 Bereiche: Zugang (linearer Park) – Garten (Rundgang). Der Zugang (Zufahrt) ist begleitet von bodennahem Grün und bildet bereits einen Teil des Parks. Minimierte befestigte Flächen, lichte Bepflanzung (Robinien, etc.) und Schotterrasen bestimmen diese Zone. Der Bereich zwischen Bestand und Neubau bildet als nicht befahrbare Zone das Zentrum des Grünraumes. Der Bereich um den Teich ist stärker gärtnerisch geprägt: Stauden, Gräser und Wasserpflanzen dominieren hier das Bild. Diese Zone lädt ein zum Verweilen, Ausruhen und Entspannen. Ein Rundgang bringt auch verwirrte Personen immer wieder zum Ausgangspunkt zurück. Durch die in Südosten und Westen das Gelände angerampt; entstehen eine visuelle und physische Barriere (für verwirrte Personen), andererseits bilden diese Plateaus Aussichtplattformen und Wegeziele für Physiotherapie. Durch die auskragenden Erker entstehen überdachte, regengeschützte Freibereiche.

Rendering und Text: © KREINERarchitektur