Gemeindeamt

Neugestaltung
Sankt Gallen

Planungsbeginn: 2013
Fertigstellung: 2015

Auszeichnung

Steirisches Wahrzeichen 2018
für revitalisierte Bauobjekte

Fotografie

© KREINERarchitektur

Das historische, denkmalgeschützte Gebäude am Ende des Marktplatzes wurde in einem gemeinsamen Prozess mit der Marktgemeinde behutsam revitalisiert. Die Leerstände des ehemaligen Gerichtsgebäudes konnten über die Umsiedelung des Gemeindeamtes bzw. des Natur- und Geoparks Steirische Eisenwurzen aufgefüllt werden. Als offenes Haus für die Einwohner der Marktgemeinde wurden durch die Neugestaltung nachhaltig die Weichen für eine lebendiges Zentrum gestellt. Das Gebäude überzeugt mit seiner selbstbewussten Haltung am Platz.

Die Gebäudehülle wurde in einer intensiven Auseinandersetzung zur Umgebung neu bewertet. Die Struktur der bestehenden Fassade wurde in ihrer Gliederung erhalten, die neue Farbgebung nimmt sich bewusst zurück. Die bestehenden und behutsam sanierten Tür- und Fensterelemente wurden durch diese Maßnahme ausdrucksstärker und ermöglichen so einen gelungenen Dialog zwischen Alt und Neu. Die Neudeckung der Dachflächen mit Tonziegeln vermittelt am Platz die notwendige Präsenz für das öffentliche Gebäude.

Die bestehende Raumstruktur im Inneren des Gebäudes wurde erhalten und entsprechend dem Stand der Technik saniert. Die vorgefundene Tragstruktur des Gebäudes mit seinen charakteristischen Deckengewölben verleihen den Räumlichkeiten eine natürliche Ausdrucksstärke. Dieser Ausdruck wurde über ein durchdachtes und minimalistisch gehaltenes Beleuchtungskonzept bekräftigt.

Die bauliche Trennung zwischen Allgemeinflächen und Amtsräumlichkeiten erfolgte über großflächige Nurglastrennwände. Sämtliche Maßnahmen vermitteln größtmögliche Transparenz und Offenheit, ohne den Charakter des Hauses in seinem Kern zu verändern.

Hofseitig wurden natürliche Barrieren über den Anbau eines Aufzuges beseitigt, das Gebäude konnte so allen Bevölkerungsschichten geöffnet werden. Der Anbau ordnet sich dem historischen Bestand unter und wurde in einem stetigen Dialog mit dem Bundesdenkmalamt entwickelt.

Als Musterbeispiel für die Revitalisierung von Bauprojekten wurde die Neugestaltung des Gemeindeamtes im Jahr 2018 durch das Land Steiermark als “Steirischen Wahrzeichen“ unter dem Motto “Vergangenheit trifft Zukunft“ ausgezeichnet.

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