Neuerrichtung Zubau 76 | HBLFA Raumberg-Gumpenstein
Irdning-Donnersbachtal

Architektonische Aspekte
Das Gebäude zeichnet sich durch eine klare Formensprache aus, die sowohl funktionale Anforderungen als auch ästhetische Ansprüche miteinander vereint. Die Architektur fügt sich harmonisch in das bestehende Umfeld ein, wobei sie den Bestand respektiert und sich in der Formensprache unterordnet. Das Gebäude ist lichtdurchflutet und bietet durch großzügige offene Fassaden und Atrien eine helle, freundliche Atmosphäre, die das Lernen fördert. Das Schulgebäude umfasst drei oberirdische Geschosse, wobei jedes Geschoss durch begrünte Atrien strukturiert wird, die nicht nur für eine angenehme Belichtung sorgen, sondern auch als natürliche Erholungsräume dienen. Diese grünen Oasen im Inneren des Gebäudes schaffen eine Verbindung zwischen den verschiedenen Ebenen und tragen zur offenen, transparenten Wirkung des Bauwerks bei. Die funktionelle Anbindung an den Bestand wurde sorgfältig geplant, sodass eine nahtlose Integration in das vorhandene Schulgelände gewährleistet ist. Trotz moderner Architektur behält das Gebäude eine schlichte Eleganz, die sich in der Reduktion auf wesentliche Gestaltungselemente widerspiegelt. Durch die Holzlamellen in der Fassade wird auch von außen der Bezug zum Holzbau hergestellt und gleichzeitig eine nachhaltige Materialwahl widergespiegelt. Innen und außen gehen nahtlos ineinander über – große Glasflächen ermöglichen den fließenden Übergang von den Innenräumen in die umgebende Natur. Diese Offenheit und Transparenz fördert nicht nur die Verbindung zwischen den Lernbereichen, sondern schafft auch eine Atmosphäre der Offenheit und Kreativität, die für den modernen Schulbau von entscheidender Bedeutung ist.
Funktionale Aspekte
Das Schulgebäude ist auf die Bedürfnisse einer modernen Lernkultur ausgerichtet und zeichnet sich durch eine durchdachte Funktionalität aus, die den Anforderungen von Flexibilität und Offenheit gerecht wird. Die modernen Lernzonen sind so konzipiert, dass sie sowohl individuelle als auch kooperative Lernprozesse unterstützen. Die Räume sind flexibel und variabel gestaltbar. Diese Zonen fördern eine offene Kommunikation und Zusammenarbeit, indem sie den Austausch zwischen Schülern und Lehrkräften aktiv begünstigen und die Bildung von Lerngruppen und Projekten ermöglichen. Die großzügige Treppe im Schulgebäude ist nicht nur ein funktionales Verbindungselement, sondern auch ein zentrales architektonisches Highlight, das den Raum prägt. Sie nimmt eine einladende, offene Form an und ist so gestaltet, dass sie den Fluss von Personen zwischen den Etagen fließend und angenehm organisiert. Ihre großzügige Breite und offene Struktur bieten den Nutzern die Möglichkeit, sich nicht nur fortzubewegen, sondern den Raum auch als Aufenthaltsort zu nutzen. Die barrierefreie Erschließung ist ein zentraler Bestandteil der Gebäudeplanung. Alle Bereiche sind für Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen zugänglich, wodurch ein inklusives Lernumfeld gewährleistet wird. Die übersichtliche Gebäudegliederung trägt dazu bei, dass das gesamte Gebäude intuitiv erfassbar und einfach nutzbar ist. Durch eine klare Zonierung wird jeder Bereich des Gebäudes für seinen spezifischen Zweck optimal genutzt, während flexible Raumkonzepte Mehrfachnutzungen ermöglichen und so eine hohe Auslastung des gesamten Gebäudes sicherstellen. Insgesamt bietet das Schulgebäude eine funktionale und zukunftsfähige Architektur, die auf die Anforderungen von Lehrkräften, Schülern und Besuchern gleichermaßen eingeht und gleichzeitig ein positives, offenes und inklusives Lernumfeld fördert.

Ökonomische | Ökologische Aspekte
Das Schulgebäude ist ein Vorbild für ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit. Ein zentrales Gestaltungselement ist der Holzbau, der nicht nur für eine warme, einladende Atmosphäre sorgt, sondern auch als nachhaltiger Baustoff eine bedeutende Rolle spielt. Holz ist ein nachwachsender Rohstoff, der eine geringe CO₂-Bilanz aufweist und in der Produktion deutlich weniger Energie verbraucht als herkömmliche Baumaterialien. Der Einsatz von Holz trägt somit aktiv zum Klimaschutz bei und unterstützt die Reduzierung des ökologischen Fußabdrucks des Gebäudes. Das kompakte Volumen des Gebäudes wurde so gewählt, dass der Energieverbrauch minimiert und eine effiziente Nutzung des Raums erreicht wird. Die Gestaltung des Gebäudes berücksichtigt somit nicht nur ökologische, sondern auch ökonomische Aspekte, da der reduzierte Energieverbrauch langfristig Betriebskosten spart und die Nachhaltigkeit des Projekts sichert. Zur weiteren Steigerung der Energieeffizienz wurde das Dach des Gebäudes mit Photovoltaikanlagen ausgestattet. Diese Technologie ermöglicht es, einen Teil des Energiebedarfs des Gebäudes selbst zu decken und gleichzeitig einen Beitrag zur Energiewende zu leisten. Durch die Nutzung erneuerbarer Energien wird der Betrieb des Gebäudes noch umweltfreundlicher, und es trägt aktiv zur Reduzierung von CO₂-Emissionen bei. Darüber hinaus sorgt die Photovoltaikanlage für eine langfristige Senkung der Energiekosten, was das Gebäude ökonomisch rentabel und zukunftsfähig macht. Insgesamt stellt das Schulgebäude eine gelungene Symbiose aus ökologischen und ökonomischen Gesichtspunkten dar, die nicht nur den Anforderungen an einen modernen Bildungsbau gerecht wird, sondern auch einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen und Energie fördert.
Städtebauliche Aspekte
Das Schulgebäude fügt sich harmonisch in das Umfeld ein und verfolgt einen klaren, hofbildenden Ansatz, der die bestehenden Gegebenheiten respektiert und gleichzeitig eine zeitgemäße, funktionale Antwort auf die Anforderungen eines modernen Bildungsbaus bietet. Durch die Platzierung und Formgebung des Gebäudes wird ein zentraler, begrünter Innenhof geschaffen, der als Ruhezone und Begegnungsraum für Schüler und Lehrkräfte dient. Dieser Hof wird durch Gebäudefassaden umschlossen und sorgt so für eine angenehme Atmosphäre von Intimität und Ruhe. Die höhenmäßige Unterordnung des neuen Bauwerks gegenüber dem Bestand stellt sicher, dass der Charakter des bestehenden Ensembles gewahrt bleibt. Das Gebäude fügt sich respektvoll in die Umgebung ein, ohne den Maßstab der angrenzenden Bestandsgebäude zu stören. Gleichzeitig dient das neue Schulgebäude als Bindeglied zwischen den Bestandsgebäuden und schafft eine Verbindung sowohl räumlich als auch funktional. Die Gestaltung der Übergänge und der Verknüpfungspunkte zwischen Alt und Neu fördert den Dialog zwischen den verschiedenen Baustrukturen und schafft eine kohärente städtebauliche Einheit.

Kurzbeschreibung zu Bauwerk Rohbau, Technik und Ausbau sowie Außenanlagen
Das Schulgebäude zeichnet sich durch den durchdachten Einsatz von Materialien aus. Das Untergeschoss ist als Stahlbetonbau konzipiert. Die oberirdischen Geschosse werden als Holzbau in Brettsperrholz ausgebildet, lediglich die Erschließungskerne werden über alle Geschosse mit Beton ausgeführt. Die Decken werden als Holzverbunddecken ausgeführt. Der Einsatz von Holz als Hauptbaustoff sorgt nicht nur für eine nachhaltige Bauweise, sondern auch für eine angenehme Raumwirkung. Das gesamte Gebäude ist so konzipiert, dass die tragenden Bauteile die Innenwände sind. Dadurch entsteht ein simples und konsequentes statisches Konzept. Technisch ist das Gebäude mit modernen, energieeffizienten Systemen ausgestattet, darunter eine Photovoltaikanlage auf dem Dach, die einen wesentlichen Beitrag zur Eigenstromversorgung leistet. Der Innenausbau ist funktional und flexibel gestaltet, mit modernen Lernräumen, die sich je nach Bedarf anpassen lassen. Die Raumgestaltung fördert offene Kommunikation und Kooperation und bietet gleichzeitig Rückzugsmöglichkeiten für konzentriertes Arbeiten. Das Material Holz spielt im gesamten Gebäude eine Hauptrolle, sowohl an der Fassade als auch in den Innenräumen, und erzeugt dadurch ein angenehmes, natürliches Raumklima. Die Außenanlagen des Gebäudes umfassen großzügige, begrünte Pausenflächen und einen zentralen Innenhof. Die Außenanlagen wurden so konzipiert, dass der vorhandene Baumbestand erhalten bleibt und weitere Maßnahmen zur Begrünung umgesetzt werden. Dieser Hof dient als Kommunikationszone für die Schulgemeinschaft und wird durch die offene Fassade mit der Aula verbunden. Durch die Integration von Grünflächen wird nicht nur das Mikroklima verbessert, sondern auch eine angenehme Atmosphäre für Erholung und soziale Interaktion geschaffen.

Pläne, Rendering und Text:
© KREINERarchitektur
