2. Platz

Wettbewerb Raiffeisenbank

Leoben

ERLÄUTERUNGSBERICHT
IDEENWETTBEWERB BESTANDSGEBÄUDE RAIFFEISENBANK UND KOMPETENZZENTRUM LEOBEN

STÄDTEBAU
Das Objekt bleibt in seiner historischen Erscheinung und Präsenz erhalten beziehungsweise wird durch
Reduktion und Farbgebung geschärft. Zeitgemäße Akzente im Bereich des Erdgeschosses ergänzen diese Bild,
werden jedoch mit Bedacht gestaltet (Glasfront bei Bank wird in die Laibung hineingesetzt), sodass die
traditionelle Fassade mit den Stuckverzierungen erhalten bleibt. Der Innenhof, als historisches Element wird in
seiner ursprünglichen Größe wieder klar strukturiert und intensiv begrünt, sodass dieser als grünes Herz des
Objektes agiert. Licht, Übersicht, Stimmung, Aussicht, Verweilen stehen wieder im Vordergrund. Durch die
großzügige Öffnung des Gastgartens, unter Berücksichtigung der traditionellen Fassade, wird ein Bezug
zwischen dem Stadtraum und dem Innenhof geschaffen.

ERSCHLIESSUNG
Das Konzept sieht ein Haupt-Treppenhaus mit einem Lift als barrierefreie Erschließung vor, sowie ein zweites
Treppenhaus im Innenhofbereich, welches eine fußläufige und direkte Erreichbarkeit der Wohneinheiten
ermöglicht. Das bestehende Treppenhaus wird als Haupttreppenhaus des östlichen Gebäudetraktes
vorgesehen und ermöglicht eine barrierefreie Erschließung der Räumlichkeiten, welche sich allesamt im
Altbestand, mit Blick auf den Hauptplatz, befinden. Gleichzeitig dient dieses Treppenhaus auch als
barrierefreier Zugang des westlichen Gebäudeteiles. Das zweite Treppenhaus ist über den begrünten Innenhof
erreichbar und ermöglicht eine fußläufige Erschließung der weiteren Räumlichkeiten und Nutzungen von
externen Personen. Darunter verstehen sich Bewohner der neu geschaffenen Wohneinheiten im 2. und 3.
Obergeschoss. Gleichzeitig dient das zweite Treppenhaus als Flucht-Treppenhaus des Objektes.

FASSADENGESTALTUNG
Ein wesentlicher Bestandteil der Konzeptionierung lag am Erhalt der historischen Fassade des Objektes, welche
sich zum Hauptplatz hin erstreckt und präsentiert. Weiterführend wird auch der ursprüngliche Balkon oberhalb
des Hauptzuganges wiedererrichtet und dem Erscheinungsbild aus dem Jahr 1930 zurückgeführt.
Gleichermaßen lag die Wertigkeit auf der Schaffung einer neuen, einladenden Fassadengestaltung im Bereich
des Erdgeschosses, welche nicht aufdringlich wirkt und sich in die Gesamtkomposition des Objektes integriert
(großzügige Verglasungen werden in die Laibung gesetzt und ordnen sich der bestehenden Struktur unter). Das
Konzept besticht vor allem durch die Verbindung zwischen dem vorgelagerten Hauptplatzbereich, welcher im
Bereich des Gastgartens weitergeführt wird und sich bis zum großen, begrünten Innenhof erstreckt – das grüne
Herz des Hauses.

MATERIALIEN
Das Objekt sollte sich in das bestehende Umfeld gut integrieren und lediglich durch seine Formensprache
hervorstechen. Somit wird das Erdgeschoss unter Berücksichtigung der bestehenden Struktur durch eine offene
und einladende Glasfassade dominiert. Darüberliegende Flächen werden in einem hellen Farbton (gebrochenes
weiß) verputzt oder gestrichen. Teilweise Kombination mit dunkelbraunen Holz-Elemente, vorwiegend im
Bereich der neu gestalteten Fassade im Innenhofbereich. Bodenbeläge im Freibereich werden mittels
Kopfsteinpflaster ausgeführt. Bodenbeläge in den Büroräumlichkeiten bestehen vorwiegend aus Parkett: Eiche
(dunkler Braunton).